Pinzgau
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![]() Blick von den Pinzgauer Grasbergem über das Zeller Becken hin zu den Hohen Tauern und ins obere Saalachtal. | |
Karte | |
Basisdaten | |
Verwaltungssitz: | Zell am See |
Fläche: | 2 642,26 km² |
Einwohner: | 9ß 131 (1. Jänner 2024) |
Bevölkerungsdichte: | 33 Einwohner je km² |
Unselbständig Beschäftigte: | 36 376 (2013) |
KFZ-Kennzeichen: | ZE
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Website: |
Der Pinzgau ist ein Bezirk im Südwesten des Bundeslandes Salzburg. Als politische Verwaltungseinheit wird er in der Regel als Bezirk Zell am See bezeichnet. Im alltäglichen Sprachgebrauch herrscht aber der ursprüngliche Begriff vor.
Geografie
Der Bezirk Zell am See (Pinzgau) ist flächenmäßig der größte Salzburger Bezirk. Er grenzt im Osten an den Pongau, im Norden und Osten an den bayrischen Landkreis Berchtesgadener Land, im Westen an die Nordtiroler Bezirke Schwaz und Kitzbühel, sowie im Süden an das zu Italien gehörende Südtirol, den Osttiroler Bezirk Lienz und den Kärntner Bezirk Spital an der Drau. Der Pinzgau wird traditionell in die drei Teilregionen Oberpinzgau, Unterpinzgau und Mitterpinzgau unterteilt.
Bevölkerungsentwicklung
Zwischen 2001 und 2010 haben folgende Gemeinden einen teilweise starken Einwohnerrückgang erlebt: Knapp zehn Prozent weniger Einwohner im Vergleich hat Fusch an der Großglocknerstraße, dahinter kommen Lend, mit größerem Abstand Maria Alm am Steinernen Meer, St. Martin bei Lofer, Viehhofen, Dienten am Hochkönig, Taxenbach, Krimml, Saalbach-Hinterglemm, Mittersill, Hollersbach im Pinzgau, Rauris, Neukirchen am Großvenediger, Unken, Lofer und Wald im Pinzgau.
Annähernd gleich blieb die Einwohnerzahl in Zell am See, Bruck an der Großglocknerstraße, Weißbach bei Lofer und Uttendorf.
Zugelegt in der Bevölkerungszahl haben in der Reihenfolge Bramberg am Wildkogel, Kaprun, Niedernsill, Leogang, Stuhlfelden, Saalfelden am Steinernen Meer, Maishofen und Piesendorf.
Vergleich Entwicklung 2002–2011
Die Region "Oberes Saalachtal" (Saalfelden am Steinernen Meer, Saalbach-Hinterglemm, Leogang, Maishofen und Viehhofen) konnte zwischen 2002 und 2011 mit plus 3,1 Prozent ein stabiles Bevölkerungswachstum verbuchen. In der "Planungsregion Unterpinzgau" (Dienten am Hochkönig, Lend, Rauris und Taxenbach) gab es dagegen ein kräftiges Minus von 4,6 Prozent. Am schlimmsten betroffen war Lend mit minus 10,1 Prozent.
Im Unteren Saalachtal (Lofer, St. Martin bei Lofer, Unken und Weißbach bei Lofer) glichen sich die Zahl der Geborenen und die Zahl der Gestorbenen exakt aus. Die Bevölkerungsveränderung in dieser Region kam rein durch Wanderungen zustande. Diese Bilanz fiel negativ aus: 72 Menschen weniger als 2002 lebten zu Beginn 2011 in den vier Orten. Das ergibt ein Minus von l,3 Prozent. Zudem ist hier der Jugendanteil (unter 20-Jährige) mit 21,1 Prozent unterdurchschnittlich.
Schlecht schneidet bei diesem Wert das Zeller Becken (Bruck an Großglocknerstraße, Fusch an der Großglocknerstraße, Kaprun, Piesendorf und Zell am See) ab. Hier liegt der Wert bei 20,5 Prozent (Landesschnitt 21,4). Dennoch gab es ein Bevölkerungswachstum von 0,4 Prozent. Im Oberpinzgau ergibt sich ein umgekehrtes Bild: Mit 23,1 Prozent ist der Jugendanteil relativ hoch. Dennoch verringerte sich die Bevölkerung um 0,5 Prozent. Besonders signifikante Rückgänge gab es dabei in Mittersill mit 2,9 Prozent (um 159 Einwohner weniger).
Gemeinden
Der Bezirk umfasst drei Städte und und 25 Markt- und Ortsgemeinden:
- Städte
- Mittersill, Saalfelden am Steinernen Meer und Zell am See;
- Marktgemeinden
- Lofer, Neukirchen am Großvenediger, Rauris und Taxenbach;
- Gemeinden
- Bramberg am Wildkogel, Bruck an der Großglocknerstraße, Dienten am Hochkönig, Fusch an der Großglocknerstraße, Hollersbach im Pinzgau, Kaprun, Krimml, Lend, Leogang, Maishofen, Maria Alm am Steinernen Meer, Niedernsill, Piesendorf, Saalbach-Hinterglemm, St. Martin bei Lofer, Stuhlfelden, Unken, Uttendorf, Viehhofen, Wald im Pinzgau und Weißbach bei Lofer;
Geschichte

Nach dem Historiker Fritz Moosleitner ist der Name Pinzgau vom keltischen Stamm der Ambisonten abzuleiten[1].
Im Jahr 923 werden die Grafschaften Ober-, Mittel- und Unterpinzgau in Urkunden erwähnt. Ursprünglich war der Pinzgau ein Teil des Herzogtums Bayern.1328 kam er unter die Herrschaft der Salzburger Erzbischöfe bis zum Ende des geistlichen Fürstentums 1803. Nachdem der Pinzgau kurze Zeit wieder unter bayrischer Verwaltung stand, kam er 1816, wie ganz mit Salzburg zu k.k. Österreich unter die Landesverwaltung von Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg 1848 kam der Pinzgau zu Salzburg. Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis 1854 in Saalfelden am Steinernen Meer untergebracht und kam dann nach Zell am See.
Ein Kuriosum hatte der Pinzgau: die Chinesen-Stadt Piesendorf.
Themen, die Pinzgau während der Zeit des Nationalsozialismus behandeln:
- Karl Reinthaler - Widerstandsaktivitäten
- NS-Zwangsarbeit am Beispiel Tauernkraftwerke Kaprun
- Entnazifizierung (Saalfelden)
- Theodor Herz
- Karl Wassing
- Peter Schernthaner: "Pinzgauer NS-Bürgermeister im Spiegel lokalhistorischer Darstellungen"[2]
Wirtschaft
Fremdenverkehr
Der Pinzgau ist neben der Stadt Salzburg der wichtigste Bezirk des Salzburger Fremdenverkehrs. Das Zentrum bildet die Urlaubsregion Zell am See - Kaprun mit dem Zeller See und dem Ganzjahreskigebiet unterhalb des Kitzsteinhorns. Das Salzburger Saalachtal wird für den Fremdenverkehr vom Tourismusverbandes Salzburger Saalachtal vermarktet. In diesem Bereich sind das Glemmtal mit dem Tourismusverband Saalbach Hinterglemm und im Winter mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang und die Urlaubsregion Saalfelden-Leogang mit Schwerpunkt Mountainbiking im Sommer zu erwähnen.
Eine einzigartige Attraktion stellt der Nationalpark Hohe Tauern dar. Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in diesem Nationalpark seinen die Krimmler Wasserfälle und die Großglockner Hochalpenstraße genannt.
Chaletdörfer, Liftprojekte, Umwidmungen
Gegen Ende der 2010er-Jahre tauchen immer mehr Fälle auf, in denen landwirtschaftliche Flächen in Bauland umgewidmet wurden und nun mit Chalet-Dörfern und Aparthotels bebaut werden. Die Besitzer dieser Anlagen sind meist Ausländer. Besonders Aufsehen erregte im Spätherbst 2019 das Hotelprojekt beim Wasenmoos am Pass Thurn, bei dem die Wohneinheiten ab 5,1 Millionen Euro kosten sollen und der Käufer noch einen E-Porsche Taycan gratis dazu erhält. Die Sendung "Am Schauplatz" vom 21. November 2019 (siehe Video) hatte einige dieser Fälle im Oberpinzgau recherchiert und unglaubliche Details aufgedeckt.
Daten und Fakten
Anzahl Übernachtungen im Mai und Juni 2011[3]
- Pinzgau: 759 421 (+ 3,67 % zu 2010)
- Saalachtal: 36 163 (+ 3,31 % zu 2010)
- Nationalpark Hohe Tauern: 240 643 (- 3,16 % zu 2010)
- Zell am See - Kaprun: 202 615 (+ 13,82 % zu 2010)
Einzelne Daten:
Gebiet | Mai | Veränderung zu 2010 | Juni | Veränderung zu 2010 |
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Saalachtal | 67 327 | - 36,67 % | 248 836 | + 24,59 % |
Nationalpark | 62 552 | - 34,29 % | 178 091 | + 16,16 % |
Zell am See - Kaprun | 55 982 | + 13,82 % | (Quelle dürfte hier falsche Zahl haben: 55 982) | + 32,12 % |
Unterkunft (Auswahl)
- Alpin Penthouse Hollersbach
- Kinderhotel Felben in Mittersill
- Hotel Gollinger Hof in Saalbach-Hinterglemm
- Hotel Hasenauer in Saalbach-Hinterglemm
- Hotel Neuhaus Saalbach
- Hotel zum Hirschen (Zell am See)
- Landhotel Kirchenwirt (Unken)
- Bräugasthof Lofer
- Hotel Rauriserhof in Rauris
Entwicklung Arbeitslose
- 2001: 7,0 %
- 2013: 6,5 %
Kultur
Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele (Auswahl)
- Großglockner Hochalpenstraße
- Informationszentren und Stauseen der Kraftwerksgruppe Kaprun
- Käfertal, Ausläufer des Ferleitentales am südlichen Ende des Fuscher Tal
- Kitzlochklamm in Taxenbach
- Kolm-Saigurn, Talschluss Hüttwinkltal in Rauris
- Krimmler Wasserfälle
- Nationalparkzentrum Hohe Tauern
- Naturschutzgebiet Zeller See
- Einsiedelei am Palfen in Saalfelden am Steinernen Meer
- Seisenbergklamm in St. Martin bei Lofer
- Sigmund-Thun-Klamm in Kaprun
- Schmittenhöhe in Zell am See
- Vorderkaserklamm in Weißbach bei Lofer
- Wallfahrtskapelle Maria Elend in Embach bei Lend
- Wallfahrtskirche Maria Kirchental in St. Martin bei Lofer
- Wasenmoos Mittersill, Ramsarschutzgebiet
- WasserWelten Krimml
Museen
- Museum Wilhelmgut und Salzburger Wollstadel in Bramberg am Wildkogel
- Felberturm Museum in Mittersill
- Kaprun Museum in Kaprun
- Keltendorf Steinerbichl Uttendorf in Uttendorf
- Bergbaumuseum Leogang
- Oldtimer Museum in Kaprun
- Heimatmuseum Schloss Ritzen in Saalfelden am Steinernen Meer
- Stadt-Museum im Vogt- oder Kastnerturm in Zell am See
Immaterielles UNESCO-Kulturerbe
Das Heilwissen der Pinzgauerinnen, vertreten durch den TEH-Verein, wurde Immaterielles UNESCO Kulturerbe.
Persönlichkeiten
- Wilhelm Ritter von Arlt, Freund und Mentor Ignaz Rojachers (* 1853 in Prag; † 1944 in Rauris)
- Peter Blaikner, Autor, Kabarettist und Liedermacher
- Max Effenberger, Bezirkshauptmann und Chronist
- Anton Faistauer, Maler, (* 1887 in St. Martin bei Lofer † 1930 in Wien)
- Max Faistauer, Mundartdichter
- Evi Fersterer, Malerin
- Liesl Geisler-Scharfetter, Krimmler Tauernhaus-Wirtin
- Felix Gottwald, nordischer Kombinierer
- Wolf Haas, Schriftsteller
- Richard Hirschbäck, Maler
- Roswitha Huber, "Eigenbrötlerin"
- Franz Innerhofer, Schriftsteller
- Josef Lahnsteiner, Priester und Chronist
- Waltraud Langer, Journalistin und Kommentatorin
- Ingrid Loitfellner-Moser, Schriftstellerin
- Theresia Oblasser, Schriftstellerin
- Barbara Rettenbacher-Höllwerth, Autorin und Chronistin
- Ignaz Rojacher, Gewerke
- Gottfried Salzmann, Maler
- Karl Schnell, Politiker
- Hans-Peter Steinacher, Segler
- Anton Thuswaldner, Bildhauer
- Caspar Vogl, Pfleger und Justizopfer
- Franz Friedrich Wallack, Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße
- Christian Wilhelmstätter, Bogensportler
- Robert Zehentner, Tauernlamm-Genossenschaftsgründer und Landespolitiker
- O. P. Zier, Schriftsteller
Patron des Pinzgaus
Als Bezirkspatron gilt Vitalis.
Siehe auch
Literatur
- Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße
- Siegfried Hetz: Erlebnis Salzburger Land, Band 2: Pinzgau, Verlag Anton Pustet
Bilder
Pinzgau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Pinzgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Bildlink
- Historischer Pinzgau, Facebook mit historischen Aufnahmen
Weblinks
- Landesstatistik Salzburg Gemeindeportraits aktueller Stand
- Forum Familie
- Elternberatung des Landes
- Bezirkshauptmannschaft Zell am See
- Online-Reiseführer Zell am See und Umgebung
- Familien Erlebnis Hotel Post Unken
Quellen
- SALZBURGWIKI-Beiträge
- diverses Kartenmaterial
- www.teh.at
- Salzburger Woche, Ausgabe Pinzgauer Nachrichten, 18. November 2010
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Pinzgauer Nachrichten", 23. Februar 2012, Bevölkerungsentwicklung 2002 - 2011
Einzelnachweise
- ↑ Quelle SALZBURGWIKI-Artikel Biberg und dortige Quellen
- ↑ www.zobodat.at, pdf
- ↑ "Salzburger Woche", Ausgabe "Pinzgauer Nachrichten", 11. August 2011
Städte und Gemeinden im Pinzgau | |
Stadtgemeinden:
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Saalfelden am Steinernen Meer ∙
Zell am See
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